08. Januar 2026:
„Schluss mit dem Umsetzungsstau“
Carsten Lohmann überzeugt beim Neujahrsempfang als Macher für Seefeld
Fotos: Walter Pohl
„Seefeld wird unter Wert regiert“ – mit klaren Worten und einer deutlichen Analyse eröffnete Carsten Lohmann, der gemeinsame Bürgermeisterkandidat der Freien Wählergemeinschaft, des Bürgervereins und der FDP Seefeld, am Donnerstagabend seinen Wahlkampfauftakt. Vor rund 120 interessierten Zuhörern im voll besetzten Sudhaus der Schlosswirtschaft machte der 61-jährige Betriebswirt deutlich, dass er für einen echten Kulturwandel im Rathaus steht: Weg von reinen Visionen, hin zu konkretem Handeln.
Im Interview mit Moderatorin Susanne Ritter präsentierte sich Lohmann nicht als klassischer Politiker, sondern als erfahrener Manager, der zupackt. „Wir haben in Seefeld kein Erkenntnisproblem, wir haben einen massiven Umsetzungsstau“, fasste Lohmann die Situation der letzten fünfeinhalb Jahre zusammen. Als Beispiele nannte er die seit Jahren versprochene, aber noch nicht einmal planungsrechtlich begonnene Sportanlage in Hechendorf sowie die fehlende Strategie beim Thema Rathaus, für das die Gemeinde monatlich hohe Mieten zahlt, statt in Eigentum und damit in die Zukunft und einen echten Ortsmittelpunkt zu investieren.
Erfahrung trifft Tatkraft
Lohmann, der fast 20 Jahre als Führungskraft bei der BASF tätig war und heute als Unternehmensberater arbeitet, will seine berufliche Expertise gewinnbringend für die Gemeinde einsetzen. „Der Bürgermeister ist Geschäftsführer des Unternehmens Gemeinde. Sein Job ist es nicht, Gründe zu finden, warum etwas nicht geht, sondern Wege zu finden, wie es geht“, so Lohmann unter dem Applaus der Anwesenden.
Als zentralen Mehrwert für Seefeld skizzierte er einen Dreiklang aus soliden Finanzen, Transparenz und Bürgernähe. Angesichts drohender Haushaltssperren in Nachbargemeinden warnte Lohmann davor, die finanzielle Stabilität zu gefährden. Er kündigte an, als Bürgermeister aktiv Gewerbe anzusiedeln, um die Einnahmesituation langfristig zu sichern, anstatt nur Geld auszugeben.
Transparenz per Ampel-System
Ein besonderes Anliegen ist dem Kandidaten ein neuer Stil in der Kommunikation. Lohmann versprach die Einführung eines „AmpelSystems“ auf der Gemeinde-Website für alle Großprojekte: „Grün: Läuft. Gelb: Probleme. Rot: Stopp. Jeder Bürger soll jederzeit sehen, woran wir arbeiten“, erklärte er. Dies schaffe die Verbindlichkeit, die in den letzten Jahren oft gefehlt habe.
Der Abend zeigte: Die Seefelder wünschen sich Veränderung. Lohmanns Botschaft, nicht für eine weitere Stufe auf der Karriereleiter zu kandidieren, sondern um seiner Heimatgemeinde etwas zurückzugeben, kam an. Mit dem Versprechen, ein „Meister für die Bürger“ zu sein und die Ortsteile wieder stärker zu vereinen, beendete er den offiziellen Teil, bevor er sich den Fragen der Bürger stellte.
Die Stimmung im Sudhaus machte deutlich: Hier bewirbt sich jemand, der nicht nur verwalten, sondern gestalten will.









